La Selva Interview
Im Gespräch mit dem Gründer und Geschäftsführer der Azienda bioagricola LaSelva - Hersteller für Alnatura Origin.
Alnatura: Das Besondere an La Selva ist, dass Sie nicht nur anbauen, sondern auch alle ökologischen Produkte in Ihren eigenen Produktionsanlagen selbst verarbeiten. Was macht die spezielle Qualität Ihrer Produkte aus?
Karl Egger: Beginnen wir mit dem Anbau: Es ist wichtig auf die Mischung und die Fruchtfolge zu achten, um das ökologische Gleichgewicht des Bodens wieder herzustellen. Der Anbau von Ackerbohnen und Luzerne dient der Unkrautbefreiung und Stickstoffversorgung des Bodens sowie als eiweißreiches Tierfutter für unsere Chianina Rinder und die Appennin-Schafe. Die Tiere sorgen wiederum für den natürlichen Dünger unserer Felder. Wenn Sie so wollen – wir nutzen einfach den Kreislauf der Natur.
Alnatura: ...und nun zur Verarbeitung
Karl Egger: Wir verarbeiten alles sofort frisch nach der Ernte nach alten italienischen Rezepturen der Einheimischen hier. Und fast sämtliche Produkte, die wir verarbeiten, bauen wir selbst an. Achten Sie einfach auf die Zutatenliste, die auf den Gläsern steht. In unseren eingemachten Gemüsen oder Tomatensaucen sind keine Zutaten, die dort nicht hineingehören. Da wird nichts gestreckt, nichts künstlich haltbar gemacht. Alle Zutaten werden schonend verarbeitet. Nur so bleiben der natürliche Geschmack und die Vitalstoffe erhalten.
Alnatura: Gehen wir mal zurück zu den Anfängen von LaSelva. Mehr als 25 Jahre ist das her. Der Inhaber einer florierenden Elektro-Firma aus München und eines innovativen Plattenlabels lässt sich in der Südtoskana nieder, um Bio-Bauer zu werden. Wie kamen Sie auf eine solche Idee?
Karl Egger: Einen Garten mit Gemüse hatte ich schon immer und einen Hang zur Landwirtschaft auch. Anfang der 70er Jahre thematisierte der Club of Rome zum ersten Mal die Gefahren und Folgen der Industrialisierung für unsere Umwelt. Das interessierte mich. Wenig später kaufte ich hier in der Maremma, wo ich es immer schon sehr schön fand, 70 Hektar Land
Alnatura: ... inzwischen sind es 428 Hektar
Karl Egger: Irgendwann einmal merkten wir, wie viel so ein Acker an Tomaten oder Auberginen als Ernte abwirft. Wohlgemerkt - auch ohne Einsatz von Kunstdünger oder Pestiziden. Man konnte damit ein ganzes Dorf versorgen. Und so fingen wir an, wie meine Großmutter das früher auch schon gemacht hat, das Gemüse einzukochen.
Alnatura: Und wie lösen Sie Schädlingsbefall oder sonstige Krankheiten, die die Ernte gefährden?
Karl Egger: Durch die konsequente Kreislaufwirtschaft schützen wir das ökologische Gleichgewicht und haben fast nie Probleme mit Schädlingen. Die von uns gepflanzten Raine, Hecken und sogar 65 Hektar Wald bieten Insekten, Vögeln und Wild natürliche Rückzugsräume. Zwar ist die Pflege der Felder aufwändiger und die Ernteerträge fallen geringer aus, aber uns entschädigt die Qualität der Ernte.